KAPITEL XII.

KAPITEL XII.

 

Der Leser wird sich erinnern, dass Elseon & seine Freunde Moonrod & seine Freunde auf sehr unfreundliche Weise ohne den geringsten Verdacht verließen, dass Lamesa & ihre Freundin ihnen ausgerissen waren. Als sie in dem Dorf angekommen waren, wie groß war ihre Überraschung, als sie entdeckten, dass Lamesa & ihre Freundin nicht in ihrer

 

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Gesellschaft waren, auch konnte sich keiner von ihnen erinnern, dass sie in ihrer Gesellschaft war, nachdem sie angehalten hatten, um Elseon zu verlassen. Moonrod & die anderen Gentlemen ritten sofort in höchster Geschwindigkeit an die Stelle zurück, wo sie angehalten hatten, & als sie keine Spur von ihr Lamesa fanden, war die Schlussfolgerung gewiss, dass sie der Gesellschaft des jungen Prinzen den Vorzug gegeben hatte & auf ihrem Weg nach Kentuck war.

Eine Verfolgung wäre vergebens. Ihre einzige Alternative war es, zurückzueilen und die traurige Nachricht dem Kaiser zu überbringen. Ihre Geschwindigkeit entsprach fast der von Elseon. Ohne die Durchführung der üblichen Zeremonie abzuwarten, stürmte Moonrod sofort in die Gegenwart des Kaisers & rief aus: Deine Tochter Lamesa ist von Elseon dazu verführt worden, unsere Gesellschaft unbemerkt zu verlassen, & ist mit ihm nach Kentuck gegangen. Nur der Bleistift des Zeichners hätte das Erstaunen des Kaisers zeichnen können. Er erhob sich, stand für einen Augenblick regungslos da, dann sprach er grimmig auf Moonrod starrend: Ist es möglich, ist es möglich, irrst du dich nicht, mein Sohn? Ich irre mich nicht, sagte er, mein vortrefflichster Vater. Ich irre mich nicht. An diesem Morgen begleiteten wir Elseon eine kurze Strecke von dem Dorf, wo wir logierten. Als wir angehalten hatten, um auseinander zu gehen & unsere ganze Aufmerksamkeit in Anspruch genommen war, ritten sie & ihre Freundin sie & ihre Freundin von jedem in unserer Gesellschaft unbemerkt fort, auch vermissten wir sie nicht, bis wir wieder in dem Dorf ankamen. Wir haben gründlich gesucht & nachgeforscht & fanden heraus, dass sie ohne Frage mit dem jungen Prinzen von Kentuck gegangen war. Welche Undankbarkeit, sagte der Kaiser, welch ein Ungeheuer der Heuchelei. Verdient die ehrenvolle Aufmerksamkeit, die wir ihm gezeigt haben, solch eine Behandlung? Wie hat er die Würde unserer Familie verletzt & die hohe Autorität unserer Regierung gröblich beleidigt? Diese Angelegenheit verlangt die ernsthafteste Erwägung. O Lamesa,

 

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Lamesa, mein Liebling, mein liebstes Kind, wie war es möglich, dass du von diesem listigen Prinzen getäuscht wurdest, wie war es möglich, dass du dem Gebot deines nachsichtigen Vaters gegenüber ungehorsam warst sobald sie die Abdeckung des Kanals betraten, brachen die dünnen Holzstücke & sie stürzten alle hinein & fanden sich auf der Stelle am Grunde des Kanals wieder. Überrascht & erschreckt & bald fanden sie sich nicht in der Lage, ihr ausschließliches Recht zu rechtfertigen, blaue Federn an ihren Kappen zu tragen. Sie befanden sich vollkommen in der Gewalt ihrer Feinde, die ihnen schnell zurückzahlten. Sie forderten ein Quartier & ergaben sich als Gefangene des Krieges. Und nachdem sie ihre Waffen niedergelegt hatten, wurde ihre Forderung gewährt. In der Zwischenzeit preschte eine Gruppe von Sciotanern, die im Hinterhalt lagen, auf der Seite des Hügels hinunter auf das zurückbehaltene Korps der Kentucker, die sich von der Bestürzung über das schreckliche Desaster ihrer Kameraden erfüllt kampflos als Kriegsgefangene ergaben. So wurde in wenigen Augenblicken durch Verfolgung der Strategie Lobaskas eine Armee von 40.000 Mann gefangen genommen & der Stolz & der Hochmut eines mächtigen Fürsten wurde gedemütigt. Es wurde kein Tropfen Blut vergossen, um das Ganze zustande zu bringen.

& auf unsere Familie solche Erbärmlichkeit & Unehre gebracht hast? Das Gerücht mit Seinen tausend Zungen begann seine gefällige Arbeit & so flink wie die Flügel der Zeit wehte es die Nachricht durch die Stadt mit vielen verzerrten & übertriebenen Einzelheiten. Alles war erstaunte Verwirrung & Aufruhr. Verstimmung entfachte ihre empörten Funken zu einer Flamme & der allgemeine Ruf war Rache & Krieg. Der sciotanische König ging in seinem Wohnraum auf und ab und nährte seine Phantasie

 

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mit der gefälligen Aussicht auf zukünftige Herrlichkeit & Glück. „Ich bin“, sagte er zu sich selbst, „über allen anderen Fürsten des Reiches geehrt & sogar über das offensichtliche Erbe der kaiserlichen Krone von Kentuck. Wem könnte es außer mir gestattet sein, diese schöne Lamesa zu heiraten, die älteste Tochter des Kaisers, die liebenswürdigste, die vollendetste & ehrenhafteste Dame im Universum. Dies ist eine Auszeichnung, die mich auf gleichen Boden mit dem Kaiser selbst stellt, & die von allen Untertanen die Huldigung ihrer höchsten Achtung und Verehrung gebietet. Außerdem habe ich eine Seele, die an den Reizen des wunderschönen Mädchens Geschmack finden kann. Sie wird mich als ihren Herrn anbeten & sich für hoch geehrt & äußerst glücklich halten, sich meinen zärtlichsten & liebevollsten Umarmungen hinzugeben.“ Aber ach, mächtiger Sambul, du dachtest wenig daran, wie bald sich diese reizende Aussicht ins Gegenteil verkehren würde & dass deine Seele mit verärgerter Entrüstung & Rache erfüllt werden würde. Ein Bote stürzte in sein Wohngemach & gab die erstaunlichen Neuigkeiten über Lamesas Entlaufen bekannt. Sie ist endgültig gegangen, sagte er, um die Frau von Elseon & die Kaiserin von Kentuck zu werden. Das erstaunliche & augenblickliche Gebrüll von 10.000 Donnerschlägen augenblicklich durch die Atmosphäre hätte keine größere Überraschung bewirken können. Sein ganzes Gesicht war eine einzige Verblüffung. Es war einen Augenblick mit Blässe bedeckt, seine Lippen bebten, seine Knie schlugen zusammen & sein riesiger Körper zitterte wie die Erschütterung eines Turmes unter der Auswirkung eines Erdbebens. Aber bald nach ein wenig Stille ließen seine Gedanken & Überlegungen das Blut mit zehnfacher Geschwindigkeit ins Gesicht zurückkehren. es nahm die Farbe der Röte an & verstärkte Er nahm die Erscheinung einer schrecklichen Majestät an & goss seine Gefühle mit einer schrecklicheren Stimme aus als das Gebrüll eines Vulkans. Wie bin ich doch misshandelt, entehrt, beleidigt &

 

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verletzt worden. Wie sind meine Aussichten auf Herrlichkeit so plötzlich weggeblasen worden & mein Charakter mein Charakter wird zum Gespött der lachenden Welt. Welche Glückseligkeiten, sich an dem kaiserlichen Mädchen in meinen Armen zu erfreuen, das mich als ihren Ehemann angebetet hätte, sind nun verschwunden & durch wen bin ich so entehrt, beleidigt & verletzt worden? Durch den spottenden Prinzen von Kentuck, durch einen verweichlichten, burschenhaften, kriechenden & einnehmenden Emporkömmling. Er hat mir das schönste Schmuckstück meines Königreiches geraubt, sie Lamesa, die durch feierlichen Vertrag mir gehörte, & muss er sich jetzt an ihren Reizen ergötzen, die mir gehören, & sich jener betrügerischen Künste rühmen, durch die er sie verführt hat, & sie meinem Vergnügen stehlen? Nein, undankbares & heimtückisches Ungeheuer, dein Triumph soll von kurzer Dauer sein & dieser Arm wird deine Verbrechen an deinem Kopf mit zehnfacher Rache heimsuchen. Nachdem er einen Sturzbach von schrecklichen Verwünschungen & Drohungen ausgegossen hatte, verließ er sein Wohngemach & ging hinaus, um sich mit seinen obersten Beamten über den Plan zu beraten, wie Vergeltung erlangt werden könnte.

In der Zwischenzeit schickte der Kaiser, der weniger hochmütig & empört war & eher menschliche Empfindungen hatte & mildherziger war, eine Einladung an seine Ratgeber, ihm beizuwohnen. Sie waren einstimmig der Meinung, dass das Vergehen Elseons Wiedergutmachung verlangte. Aber sollte Krieg die Folge sein, wenn er sich weigert, Lamesa zurückzugeben? Dieser Frage stimmten zwei seiner Ratgeber zu, nämlich, dass eine demütige Widerrufung den Schaden wieder reparieren würde, der der Ehre der kaiserlichen Familie & der Autorität der Regierung zugefügt wurde. Die anderen beiden bestanden darauf, dass sie zusätzlich fordern sollten, was nicht ausreichend sein würde, aber dass sie zusätzlich zehn Mammuts fordern sollten, was eine angemessene Entschädigung wäre, aber sie alle verurteilten die Schrecken des Krieges. Mitten in der Diskussion, die mit großer Kühle & Unparteiligkeit geführt wurde,

 

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trat Sambul in Erscheinung. Ich bin hervorgetreten, sagte er, und möge es eurer höchst exzellenten Majestät gefallen, dass ich die Erfüllung des feierlichen Vertrages fordere, den ihr abgeschlossen habt, um mir eure älteste Tochter zur Ehe zu übergeben. Sie ist heimlich vom jungen Prinzen von Kentuck weggeführt worden. Sie gehört mir durch Vertrag & eure Majestät ist verpflichtet, sie mir zu übergeben. Ich fordere Sie soll sofort eingefordert werden & wenn der Kaiser, der Vater des jungen Prinzen, sich weigert, sie zurück zu geben, macht er sich desselben Verbrechens schuldig & das wäre ein ausreichender Grund für einen Krieg. In diesem Fall wird Krieg unausweichlich sein, um die Ehre unserer jeweiligen Kronen & die Rechte des Kaiserreiches wieder herzustellen. Dann würde ich meine Stimme dem Krieg geben & mein Schwert erst wieder in die Scheide stecken, wenn Ströme von Blut die Undankbarkeit, die Gemeinheit & Falschheit des jungen Prinzen gesühnt haben. Eine demütige Widerrufung oder die Übergabe von zehn Mammuts - wäre dies eine ausreichende Wiedergutmachung für solch ein solch schändliches Vergehen? Nein, genau dieser Vorschlag wäre eine Beleidigung der Würde unserer Regierung. Kann irgendetwas, außer dem Wiederbesitz des schönen Objektes, das gestohlen wurde, das uns für einen wertlosenen Preis verbrecherisch genommen wurde, eine angemessene Entschädigung sein? Nichts kann unsere blutende Ehre heilen, den Unwillen unserer Untertanen beschwichtigen & die Freundschaft & einen freundschaftlichen Umgang zwischen beiden Reichen wieder instandsetzen. Es soll eure Forderung sein, dass Lamesa zurück gegeben werde. Auf eine Weigerung soll sofort eine Kriegserklärung folgen. Die Mittel & Kräfte der Nation sollen aktiviert werden. Versammelt eure Heere & gießt Vernichtung über alle, die sich der Vollstreckung unserer Rache widersetzen. Ich werde selbst die Vorhut anführen & meinen Arm mit denen vermischen, die die blutigste Schlacht schlagen. Vor uns sollen Helden fallen, ihre Städte sollen

 

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in Ruinen verwandelt werden & das Blutbad soll unsere ungehaltenen Schwerter sättigen.

Als weitere Beratungen stattgefunden hatten, nahmen der Kaiser & zwei seiner Ratgeber den Rat Sambuls an, Lamesa zu fordern & ein Bote wurde sofort an den Kaiser von Kentuck mit folgendem Brief gesandt:

 

Möge es eurer gnädigsten Majestät gefallen. Nichts hätte uns mehr Freude bereiten können, als die Verfügung, Elseon zu schicken, den offensichtlichen Erben eurer Krone, um unsere Familie zu besuchen. Wir behandelten ihn als unseren teuersten Cousin & als unseren engsten Freund. Er war eingeladen, mit unseren Kindern Gesellschaft zu pflegen & sich, während er verweilte, als Mitglied unserer Familie zu betrachten. Derartig war unser Vertrauen, das wir in seine Aufrichtigkeit setzten, dass er sich die Freiheit nahm, mit Lamesa, unserer ältesten Tochter die innigste Bekanntschaft einzugehen. Dies bewirkte zwischen ihnen eine Übereinkunft, dass sie mit unserer Zustimmung in der Ehe vereint werden wollten. Aber wir befanden, dass es eine höchst abscheuliche Vergewaltigung der wahren Bedeutung & des Geistes unserer Verfassung & eine gottlose Gewalttat an dem Gedenken an ihren großen Gründer wäre. Aus diesen Gründen gaben wir unsere Freude darüber kund, dass Elseon mit seiner Bitte nicht auf unsere Zustimmung bestand. Er schien sich mit unserer Entscheidung abzufinden & danach schlossen wir mit Sambul, dem König von Sciota, einen Vertrag, sie ihm in die Ehe zu geben.

Aber das spätere Verhalten eures Sohnes, möge es eurer gnädigsten Majestät gefallen, entsprach nicht dem großen Vertrauen, das wir auf ihn setzten. Mit tiefem Bedauern & schmerzvollsten Gefühlen sind wir gezwungen zu erklären, dass er ein Verbrechen begangen hat, das unseren Frieden & unser Glück gestört hat,

 

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unsere Familie entehrt & die Autorität der Regierung & und die Rechte des Kaiserreiches gröblich beleidigt hat. Er hat schmiedete einen Plan, Lamesa in eure Herrschaftsbereiche zu überführen. Um dies zustande zu bringen, machte er von den heimtückischsten Künsten Gebrauch, nutze er den Vorteil unserer Milde & Unachtsamkeit & die Hochachtung, die wir ihm gegenüber bekundeten, & ohne unsere Zustimmung & gegen unseren Willen hat er mit seinem verräterischen Plan Erfolg gehabt, sie zur Stadt Gamba zu bringen. Lamesa ist zweifellos bei euch in der Stadt Gamba. Ein Vergehen von solcher Bosheit, das gegen die Ehre & das Interesse & die Würde unserer Familienregierung & das Reich begangen wurde, verlangt Wiedergutmachung. Eure Majestät wird erkennen, dass die einzige Wiedergutmachung, die geleistet werden kann, die Rückkehr Lamesas in unsere Herrschaftsbereiche ist. Deshalb fordern wir, dass sie mit jeder möglichen Eile zurückgebracht wird.

Keine Alternative kann die Unterbrechung jenes Vertrauens, jener Freundschaft & jenes Friedens verhindern, die seit langem zwischen beiden Reichen bestanden haben, & sie vor den Schrecken & Unheil des Krieges bewahren.

 

Gezeichnet, Rambock, Kaiser von Sciota.

 

Als Hamboon diesen Brief erhalten hatte, lud er sofort seine Ratgeber ein & legte ihn ihnen vor & da er ein Thema von großer Wichtigkeit für das Reich war, lud er ebenso seine Priester und obersten Beamten ein, sich ihnen im Rat anzuschließen. Die verschieden Leidenschaften schienen im Verlauf der Ratssitzung zu wirken. Feindseligkeit mit all ihrem begleitenden Elend zu vermeiden, war das, was sie innigst wünschten & einige stimmten zu, dass es, wenn man sich über keine andere Alternative einig werden könnte, es im Interesse des Reiches & es die beste Politik wäre, die Prinzessin zurück zu bringen, aber andere missbilligten diese Maßnahme als kleinmütig & feige

 

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& rieten, wenn keine andere Wiedergutmachung angenommen würde, die Prinzessin zurück zu geben & den Konflikt mit mannhafter & heldenhafter Entschlossenheit zu meistern. Was, sagten sie, verlangen nicht Ehre & Gerechtigkeit, dass wir die Rechte der kaiserlichen Familie verteidigen sollten? Wenn die sciotanische Regierung fordern sollte, ihnen den Kaiser oder die Kaiserin zu schicken, würde die Ehre uns nicht drängen, die Forderung zurück zu weisen & sie mit Entrüstung abzulehnen? Ihre gegenwärtige Forderung ist genauso grotesk & beleidigend. Sie werden für das angebliche Unrecht keine Genugtuung bekommen, außer wir würden die Prinzessin des Kaiserreiches ergreifen und sie von der Brust ihres Gemahls reißen & sie nach Sciota transportieren. Sind wir einer solchen unrechten & unmenschlichen Tat, so gemein & schändlich, fähig? Während die Diskussion anhielt, erhob sich Elseon. Darf ich, sagte er, für einen Moment ihre Aufmerksamkeit in Anspruch nehmen? Unerschrocken von der grausamen Forderung & der hochmütigen Drohung der sciotanischen Regierung, bin ich bereit, mich an eure Entscheidung zu halten. Wenn das Verbringen von Lamesa in unsere Herrschaftsbereiche, als sie mir höchst ungerecht & unmenschlich als Partner verwehrt wurde, ein solch verräterisches & schändliches solch großes Verbrechen ist, dann auferlegt eine Strafe, die dem Vergehen angemessen ist. Aber wenn der Allmächtige, dessen Güte unendlich ist, die Vereinigung der Hände beschlossen hat, wo die Herzen schon vereint waren, dann habe ich kein göttliches Gesetz übertreten, sondern ich habe dem göttlichen Willen gehorcht. Deshalb bin ich keines Verbrechens schuldig. Ich habe zweifellos ein Recht, Lamesa als meine Ehefrau zu behalten & keine Regierung auf Erden hat eine Vollmacht vom Himmel, sie meiner Brust zu entreißen. Auch werde ich mich einem solchen Ereignis nicht unterwerfen so lange das Leben Blut durch mein Herz zirkuliert & meine Glieder erwärmt. Wenn Krieg die Folge meines Vorgehens sein muss, das keine Grundsätze der Ehre, Gerechtigkeit oder Menschlichkeit übertrat, beide unschuldig & ehrenhaft wären, würde es mit die schmerzlichsten Gefühle bereiten. werde ich das Unheil bedauern,

 

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aber niemals wie ein heimtückischer Kerl vor dem Konflikt zurückschrecken. Der sciotanische König, der die Ursache allen Unheils ist, wird niemals sehen, dass ich vor seinem gigantischen Schwert fliehe oder mich verstecke, um mich vor einem Kampf mit ihm zu verstecken. Ihr habt deshalb keine Alternative, als zuerst euren Prinzen zu erschlagen & dann wie Feiglinge eure Prinzessin nach Sciota zurück zu schicken, oder andererseits sofort Vorbereitungen zu treffen, ihrer angedrohten Rache mit Tapferkeit & Mut entgegen zu treten.

Diese Rede des jungen Prinzen vereinte den gesamten Rat & sie willigten einstimmig ein, die Forderung der sciotanischen Regierung zurück zu weisen. Es wurde ein Brief geschrieben & ein Bote mit Anweisungen ausgesandt, eine Aussöhnung zu versuchen. Er beschleunigte seine Reise zum Hof von Rambock & als er ankam, übergab er ihm den folgenden Brief:

 

Möge es eurer höchst exzellenten Majestät gefallen. Neben der Wohlfahrt & des Gedeihens unseres Reiches sollten wir uns der Wohlfahrt & des Gedeihens des eurigen erfreuen. Deshalb bedauern wir äußerst, die unglücklichen Differenzen zu sehen, die entstanden sind & die drohen, die beiden Kaiserreiche in das Unheil des Krieges zu verstricken.

Hättet ihr eine Wiedergutmachung für das angebliche Unrecht gefordert, die im Einklang mit den Grundsätzen der Gerechtigkeit & der Ehre unserer Krone & Regierung steht, wäre sie euch mit äußerster Heiterkeit gegeben worden. Aber Lamesa zurück zu geben, die jetzt die Prinzessin von Kentuck geworden ist, hieße, sie aus den Armen eines liebenden Ehemannes zu reißen & den Bund der feierlichen Ehe zu brechen. Da das Entsprechen eurer Forderung uns dem Begehen solcher Ungerechtigkeit & Grausamkeit unterwerfen würde, muss es deshalb unsere Pflicht sein, zu erklären, dass wir die junge Prinzessin nicht zurück geben werden, & da solch ein Ereignis ihr Glück genauso wie das ihres liebenden Gemahls zerstören würde, werden wir es ihr gestatten,

 

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in unseren Herrschaftsbereichen zu verweilen & ihr Schutz gewähren. Wir wünschen aber, dass es zu einer ehrenvollen Aussöhnung kommen & ein gutes Einvernehmen wieder hergestellt werden mag. Im Hinblick auf dieses sehr wichtige & sehr wünschenswerte Ziel haben wir Labanko, unserem geliebten Bruder, die volle Autorität gegeben, eine Beilegung unserer Differenzen auszuhandeln, vorausgesetzt ihr werdet etwas anderes als Ersatz für das, was ihr gefordert habt, annehmen.

 

Gezeichnet, Hamboon, Kaiser von Kentuck.

 

Das Herz Rambocks war nicht dafür geschaffen, dauernd Groll & böse Absichten zu hegen & nachdem er eine beträchtliche Zeit mit Labanco gesprochen hatte, der das Verhalten des jungen Prinzen mit großem Scharfsinn entschuldigte, ließ sein Ärger nach & fühlte sich geneigt, die Freundschaft wieder herzustellen. Aber die Entrüstung & die Bosheit Sambuls nahm mit der Zeit zu, seine finstere Seele dürstete noch glühender nach Rache & nur Blut & Blutbad würden ihn zufrieden stellen. Er setzte Mittel ein, um die Funken der Verstimmung zu entfachen & sie zu Flammen des Krieges aufzublasen. Nicht damit zufrieden, Tatsachen so darzustellen, wie sie waren & in den wahren Farben, wurden monströse Geschichten erfunden & in Umlauf gebracht, um die Vorurteile zu schüren & die Verstimmung des Volkes gegen Elseon & das ganze Reich von Kentuck zu schüren. Er hatte zu einer Klasse von Männern Zuflucht genommen, die Propheten & Zauberer genannt wurden, die seinen Plan begünstigen sollten. Sie hatten über viele Jahrhunderte einen gebieterischen Einfluss auf die Herzen einer großen Mehrheit des Volkes genommen. Da sie vorgaben, zu verstehen die Kunst zu beherrschen, die Ratschläge & Pläne der himmlischen Hierarchie zu erforschen & eine Kenntnis über zukünftige Ereignisse zu haben, lauschten die Leute mit Vergnügen ihren Darstellungen Vorhersagen & hielten es für gottlos, ihre Erfüllung zu hinterfragen oder anzuzweifeln. Eine kleine Gruppe dieser Zauberer

 

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oder Taschenspieler versammelte sich auf dem großen Platz der Stadt & bestiegen eine Bühne, die für sie erstellt wurde. Die Bürger waren anwesend. Es war ein ungeheurer Auflauf aller Klassen von Bürgern jeder Beschreibung, sowohl weise & einfache, als auch Männer & Frauen. Sie versammelten sich um die Bühne & waren sehr aufmerksam. Alle waren gespannt, die Erlasse des Himmels zu erfahren & die zukünftigen Schicksale des Imperiums. Drofalick, ihr Prophet, streckte seine Arme aus & richtete seine Augen zum Himmel. Er sagte, der Himmel entfaltet seine schweren Pforten & eröffnet meinem Blick eine weite & gewaltige Aussicht. Die sieben Söhne des großen Geistes ergreifen ihre funkelnden Schwerter & schwören, dass diese nicht wieder in die Scheide gesteckt werden sollen, bis das Blut in Strömen fließt & das schöne Land von Kentuck überflutet. Ich sehe kriegerische Feinde auf der himmlischen Ebene & höre Krieger & Helden schreien: Rächt das Verbrechen Elseons. Ich höre eine donnernde Stimme vom großen Thron dessen ausgehen, der die Welt regiert, wie sie solches verkündet: Es soll auf den sciotanischen Feldern kein Korn wachsen, auch sollen die Mammuts keine Milch geben, auch soll kein Fisch ins Netz gehen, sondern Pestilenz soll umgehen, es sei denn Sciota wird das Verbrechen Elseons rächen. Drofalick beendete seine Prophezeiung. Dann erhob sich Hamack & er hielt in seiner Hand einen Stein, den er als durchsichtig verkündete. Durch diesen könnte er Dinge der Gegenwart & Zukünftiges erblicken, er könnte die finsteren Machenschaften & Ränkespiele an fremden Höfen sehen & versteckte Schätze sehen entdecken, die vor den Augen anderer Sterblicher verschlossen sind. Er könnte den Galan & seine Geliebte in ihrem Schlafgemach sehen & all ihre Muttermale & Pickel zählen. So klar war die Sicht, wenn dieser durchsichtige Stein vor sein Gesicht gehalten wurde. Er schaute grimmig & unerschütterlich auf den Stein & erhob seine prophetische Stimme. Ich sehe Hamboon all seine Priester & großen Offiziere um sich versammeln. Mit welcher Verachtung er all die Sciotaner verschmäht. Sie sind, sagt er, Feiglinge.

 

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Sie wagen es nicht, meinen tapferen Kriegern gegenüber zu treten. Hier sehe ich vier Männer hervorkommen, die ein Abbild tragen, das aus allen Figuren der Hässlichkeit & Unförmigkeit gestaltet ist. Dieses nennen sie Sambul, den König von Sciota; die gesamte Gesellschaft brach in lautes Gelächter aus. Ach seht & sie schneiden mit ihren Schwertern seinen Kopf ab. Ja & jetzt schießen sie ihn am Palast umher. Hier ist ein Pfahl. Er wird auf ihn gesteckt & durch die Stadt getragen. O meine Liebenden, Elseon & Lamesa, was macht euch so fröhlich? Warum sagt Elseon, dass er die Sciotaner überlistet habe, dass er die Beute erhalten habe & ihren Groll wenig beachte. Hamack fuhr mit solchen unsinnigen Visionen fort, als ihn die gesamte Menge mit einem Ruf unterbrach: Rache, Rache. Wir werden die Kentucker überzeugen, dass wir keine Feiglinge sind. Ihre Köpfe werden für ihr Spiel bezahlen, den angeblichen Kopf den Kopf unseres angeblich geliebten König umher zu schießen. Wir werden das Verbrechen Elseons rächen. Das große & gute Wesen ist auf unserer Seite & droht uns mit Hungersnot & Pestilenz, wenn wir das Verbrechen Elseons nicht rächen.

Die Künste dieser Zauberer hatten Sambuls Plan zum Ziel, in den Herzen der Menge eine Begeisterung & Wut zu erzeugen. Nun begab er sich zum Kaiser & bat ihn inständig seine Ratgeber zu versammeln, sofort den Krieg zu erklären & Maßnahmen für seine Ausführung zu treffen. Der Kaiser antwortete, dass sie bald versammelt sein würden, aber was den Krieg betraf, so wäre es ein Thema, dass viel Nachdenken erforderte.

Früh am nächsten Tag trafen sich seine Ratgeber, Priester & Hauptbeamte mit ihm im Beratungssaal. Er legte ihnen den Brief Hamboons vor & fügte hinzu bemerkte, dass die Regierung von Kentuck, obwohl sie sich geweigert hatte, Lamesa zurück zu geben, dennoch angeboten hatte, unserer Regierung eine Entschädigung für Elseons Vergehen zu geben

 

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& uns fast jede Summe als Wiedergutmachung für unsere Verletztheit zu zahlen. Der Rat saß eine Weile schweigend da. Schließlich erhob sich der ehrwürdige Boakim. Ich muss für einen Augenblick um die Nachsichtigkeit eurer Majestät und dieses ehrwürdigen Rates bitten. Noch nie habe ich mich mit solchen Eindrücken von der hohen Bedeutung unserer Überlegungen erhoben, die ich jetzt empfinde. Die große Frage, die entschieden werden muss, ist: Frieden oder Krieg. Wenn in Ehren Frieden bewahrt werden kann, dann lasst uns den Frieden unterstützen; aber ist dies nicht der Fall, dann lasst uns mit Mut & Tapferkeit dem Krieg begegnen. Was das große Vergehen Elseons betrifft, so wagt es niemand eine Entschuldigung darzubieten. Selbst ihre eigene Regierung anerkennt, dass er eines großen Vergehens schuldig geworden ist. Aber ist es so schlimm, dass man das Niederbrennen von Städten & das Leben von Millionen fordern muss, um es zu sühnen? Kann man keine andere Wiedergutmachung erreichen, die im Einklang mit Gerechtigkeit & Menschlichkeit steht? Oder müssen wir zwingen, um eine Sühne für das Vergehen Elseons zu bekommen, die Regierung von Kentuck zwingen, ein weiteres Vergehen zu begehen, Ehemann & Frau zu trennen und sie aus ihrer gegenseitigen Umarmung zu reißen? Eine solche Trennung können wir nicht in Gerechtigkeit erwarten. Sollen wir also nichts anderes akzeptieren? Kann unsere blutende Ehre nicht ohne Blutvergießen geheilt werden, ohne ein ganzes Imperium in Schutt und Asche zu legen? Solche edlen Vorstellungen von Ehre können sich als unser Ruin erweisen, wie auch als Ruin derer, an denen wir unsere Vergeltung auszuüben versuchen. Die Trübsale des Krieges haben auf beide Parteien wechselseitige Wirkung. Jede muss erwarten, einen Teil des Übels zu ertragen; wie groß unser Teil ist, der uns im Fall eines Krieges zufällt, können wir nicht ermessen. Während wir nach Rache dürsten, denken wir mit unendlicher Freude daran, wie wir ihre Heere vernichtend schlagen & wie ihre Krieger unter unseren Schwertern bluten, ihre hilflosen Frauen & Kinder zu Tausenden sterben & ihr

 

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Land in Flammen steht. Aber kehren wie die Szene um. Angenommen der Feind hätte genauso viel Verstand, genauso gute Strategien, genauso viel Mut, Kraft & Unmenschlichkeit, die ihr wir besitzen & dann kann folgendermaßen unsere Situation sein: Wenn das Schleusentor einmal geöffnet ist, wer kann den Sturzbach aufhalten & die Verwüstung & den Ruin aufhalten? Deshalb sollten wir Es war niemals von dem großen & guten Wesen vorgesehen, dass seine Kinder sich streiten & die Existenz zerstören, die er ihnen gegeben hat. Sie haben alle die gleichen Rechte & sie sollten danach streben, Frieden & Freundschaft zu erhalten. Dies ist der Grundsatz eurer Väter gewesen & die Lehre, die von dem großen Gründer unserer Regierung & Religion gelehrt worden ist. Unter dem Einfluss dieser Maxime ist unsere Nation zu einem großen Volk herangewachsen & überall hat es Zufriedenheit & Glück gegeben. Aber warum können wir uns nicht in Ehre an unserem Frieden erfreuen? Welche unüberwindbaren Hindernisse müssen verhindert werden? Warum ist eine Wiedergutmachung & ----- (Wort unleserlich) für das Unrecht keine Entschädigung? Für andere Ärgernisse werden sie akzeptiert & warum muss das Vergehen Elseons einzigartig sein?

Wir vermuten, dass die Tochter des Kaisers glücklich ist, auch kann es keine Schande für die kaiserliche Familie sein, dass sie den Sohn eines Kaisers geheiratet hat, der offensichtliche Erbe seiner Krone. Aber sie hätte die Ehefrau Sambuls sein sollen, des Königs von Sciota Darum können wir mit Ehre für unsere Regierung die angebotene Entschädigung annehmen & somit die Segnungen des Friedens bewahren. Aber wenn wir Groll, Stolz & den Ehrgeiz zulassen, uns in einen Krieg zu stürzen, wo wird sein Unheil, wo wird sein Elend enden? Da beide Reiche zahlenmäßig & an Reichtümern fast gleich sind, werde ich es wagen, ihre schließliche Vernichtung & Zerstörung vorherzusagen.

Boakim wäre fortgefahren, aber Hamkol erhob sich & unterbrach. Es war äußerst unverschämt, aber er hatte

 

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eine kräftige Stimme & starke Lungen & man hätte ihn weiter gehört als Boakim.

Solche Gefühle, sagte er, mögen mit den Schwächen des Alters zusammenhängen, aber sie sind zu erniedrigend & feige für die Lebenskraft & das Mannestum der Jugend. Wenn wir zulassen, dass Beleidigung, Treulosigkeit & Gewalttat ungestraft bleiben, können wir später unsere Nacken beugen, um von jedem schwächlichen Emporkömmling & gezierten Narren niedergetreten zu werden. Nein, lasst uns mit unseren tapferen Kriegern in die Herrschaftbereiche Hamboons marschieren. Sein verweiblichter & luxuriöser Hof wird in unserer Gegenwart erzittern & die schöne Lamesa in unseren Besitz geben. Aber sollten sie immer noch die Verwegenheit besitzen, sich zu weigern, dann werden wir unsere Tapferkeit zur Schau stellen, indem wir über sie eine Strafe verhängen, die ihre Verbrechen verdient. Ja, unsere tapferen Helden werden durch ihre heldenhaften Taten unsterblichen Ruhm erlangen & durch die Vernichtung werden alle, die Sciota wird danach für immer die Vorherrschaft über Kentuck haben & ihre hochmütigen Söhne zwingen, sich in unserer Gegenwart zu verbeugen. Lasst uns den Krieg verkünden & jedes Königreich & jeden Stamm vom Fluss bis an die Seen ihre Krieger herbeiströmen, die begierig sind, das Unrecht an unseren Ländern zu rächen. Kaum hatte er gesprochen, erhob sich Lakoonrod, der Hohepriester. Er vertrat das Interesse Sambuls & hatte seine Schwester geheiratet. Er hatte an Elseon sehr Anstoß genommen, weil er sagte, dass das Priestertum am Hof Hambocks zu viel Einfluss hätte. Und während er seine scheinheiligen Augen langsam gen Himmel erhob & seine rechte ehrwürdige Hand ein wenig über eine waagrechte Position hinaus ausstreckte, sprach er:

Wenn die Gesetze, die in unserer heiligen Religion enthalten sind, übertreten werden, ist es meine Pflicht als Hoherpriester des Kaiserreiches, gegen die Übertretung mein Zeugnis abzulegen. Elseon, der offensichtliche Erbe des kaiserlichen Throns von Kentuck ist

 

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des Raubes & der Gottlosigkeit innerhalb unserer Herrschaftsbereiche schuldig geworden. Er hat diesem Kaiserreich einen unschätzbaren Schatz geraubt & da sein Verbrechen eine höchst schändliche Übertretung unseres göttlichen Gesetzes ist, muss sie zum Hohn der hohen Autorität des Himmels begangen worden sein; deshalb ist sie ein Akt der größten Gottlosigkeit. Das Unrecht, die Beleidigung & die Gewalttat sind nicht nur gegen uns allein begangen worden. Wäre dies der Fall, dann könnten wir vielleicht die Entschädigung akzeptieren; aber sie wird gegen den Thron des Allmächtigen & zum Spott seiner Autorität begangen. Folglich kann keine Wiedergutmachung angenommen werden, es sei denn, es wäre die Rückgabe des gestohlenen Schatzes oder das Blut des Übertreters. Nichts sonst kann der rechtschaffenen Forderung des großen & guten Wesens Genugtuung verleihen. Er ruft deshalb die bürgerliche Macht auf, seine Rache zu vollziehen, um eine exemplarische Strafe zu verhängen. Und da es sein Fall ist & ihr als seine Werkzeuge darin benutzt werdet, könnt ihr sicher sein, dass sein allmächtiger Arm euren Bemühungen Stärke hinzufügen & euch einen glorreichen Sieg über eure Feinde geben wird. Die mächtigen Leistungen eurer Krieger werden ihre Namen unsterblich machen & ihre Häupter werden mit nie endenden Lorbeeren gekrönt werden & was diejenigen betrifft, die glorreich in der Sache ihres Landes & ihres Gottes kämpfend sterben werden, sie werden auf der Stelle ätherische Körper erhalten & werden sich rasch in die Wohnungen zunehmender Freude & Herrlichkeit erheben.

Er sagte nichts mehr. Er hatte einen Teil seiner Bosheit gegen Elseon dafür losgelassen, dass er sagte, dass das Priestertum zu viel Einfluss am Hofe Rambocks hätte. Nun öffnete sich die Tür & man konnte sehen, dass Sambul an der Spitze einer großen Menge von Bürgern ihre Bühne vor dem Haus eingenommen hatte, und alle schrien mit lauter Stimme nach Rache & Krieg. Lang lebe der Kaiser & der König. Wir werden das Unrecht an ihnen rächen. Dieser Aufruhr & die Rede des Hohenpriesters ließen

 

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den schwankenden Sinn des Kaisers zur Entscheidung kommen. Aber der ehrwürdige Boakim & Bilhawa stemmten sich gegen den Strom & standen fest. Sie bestätigten kühn, dass ein Krieg unpolitisch & ungerechtfertigt wäre. Aber ihre Opposition war vergebens. Die Stimme des Volkes war gegen sie & die anderen beiden Ratgeber Hamkal & Gammack gaben ihre Stimme für den Krieg ab, drängten sehr nachdrücklich, dass der Krieg erklärt werden sollte.

Die Argumentationen der ehrwürdigen Boakim & Bilhawan waren vergebens. Die anderen beiden Ratgeber, Hamkol & Gamanko schlossen sich dem Kaiser an und fuhren damit fort, eine Kriegserklärung zu machen. Sie hatte folgenden Wortlaut:

 

Es wird von der Regierung & dem Kaiserreich von Sciota gegen die Regierung & das Kaiserreich Kentuck der Krieg erklärt. Von den Sciotanern wird verlangt ohne Unterschied zu Alter und Geschlecht alle Einwohner des Kaiserreiches von Kentuck auszumerzen. Von ihnen wird verlangt, ihre Häuser zu verbrennen & ihren Besitz zu zerstören oder für den eigenen Gebrauch & für das eigene Wohl in Besitz zu nehmen. Diese Vernichtung wird von dem großen, gütigen Geist & von der Regierung Sciotas gefordert.

 

Gezeichnet, Rambock, Kaiser von Sciota.

 

Eine Kopie dieser Erklärung wurde Labanco, dem Bruder & Gesandten Hamboons, übergeben. Er verlangte eine Wache, die ihn vor dem Zorn der allgemeinen Leute verteidigen sollte, die ihre Neigung entdeckten, ihre Schwerter in das Herz jeden Mannes zu stoßen, dessen Schicksal es war, auf der anderen Seite des Flusses geboren zu sein. Labanco wurde bis zum Fluss und sicher hinüber geleitet. Er begab sich nach Gamba & dort verkündete er die Nachricht von der Kriegserklärung & dort machte er das Vorgehen der sciotanischen Regierung bekannt.

 

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Geliebte Eltern,

Ich habe zwei Briefe am 10. Jan 1812 erhalten; der letzte erwähnte die Entlassung von Mr. King von euch, was ohne Zweifel für euch eine große Prüfung ist. Der christliche Geistliche ist für jeden für jeden ein Verlust ---- lehrt uns die Unsicherheit aller großartigen Genüsse & worin wir lieber unser Vertrauen & Glück setzten sollten.

 

ANMERKUNG DES ABSCHREIBERS. -- Das obige Fragment eines Briefes ist alles, was auf Seite 132 erscheint, wonach das nächste Blatt, S. 133-4, fehlt. Die Erzählung geht wie folgt weiter.

 

Hambolan, König von Chiauga, war der nächste stolze Häuptling, der in Tolanga mit einer erlesenen Gruppe von Kriegern erschien. Er hatte 15.000, die mit überlegener Kraft & Behändigkeit prahlten. Ihre Gesichter waren grimmig & kühn, die den wahren den Zustand ihrer Herzen zeigten, die keine Gefahr fürchteten. Sie waren den Befehlen ihres Königs immer gehorsam, der immer die deutlich sichtbarsten Plätze aussuchte, um seine Tapferkeit zur Schau zu stellen. Gigantische Kräfte & erstaunliche Behändigkeit besitzend, war er in der Lage die brilliantesten Leistungen zu vollbringen, die fast unglaublich waren. Sein Geist war in der Wissenschaft ungebildet & seine Leidenschaften waren keinen Einschränkungen unterworfen. Sein Unwille war schnell & feurig & sein Zorn kannte keine Grenzen des Ausdrucks. Nichts blieb in seinem Herzen verborgen, ob Freundschaft oder Feindschaft, sondern brachte sie immer kräftig & überzogen zum Ausdruck. Er hatte eine Seele, die für Krieg geschaffen war. Im Eifer des Gefechts im blutigen Feld, wo Helden fielen, wurde er unter seinem siegenden Schwert sein Ehrgeiz befriedigt & erwarb sich den höchsten kriegerischen Ruhm.

Ulipoon, König von Michegan, empfing die Befehle des Kaisers mit großer Freude. Krieg passte zu seiner geizigen & habgierigen Seele, da er Hoffnung hatte, große Reichtümer

 

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aus der Beute von den Feinden zu erlangen. Es kümmerten ihn wenig die Not & die Vernichtung anderer, wenn er auf diese Weise nur Reichtum erlangen & sich selbst vergrößern könnte. Ein Geist, der so geschrumpft & selbstsüchtig war, war nicht in der Lage sich ein einziges Gefühl der Großmut oder der Menschlichkeit oder gar der Ehre anzueignen. Aber niemand war so wild auf Krieg wie er. Niemand verkündete seine eigene Tapferkeit mit solch einer lauten Stimme. Dennoch hatte niemand

weniger Mut & war mehr zu Verrat, Gemeinheit & Grausamkeit fähig. Dennoch fuhr er mit den klangvollen Attributen von Patriotismus, Ehre & Tapferkeit mit großer Eile fort, eine erlesene Bande von unerschrockenen Kriegern, die aus 18.000 Kriegern zu sammeln. Ihr kriegerisches Erscheinungsbild gab ihnen den Anspruch, Befehligte von mehr Großmut & Tapferkeit zu sein als der geizige & verräterische Ulipoo.

Nemapon, der König von Cataraugus machte kein kam unverzüglich dem kaiserlichen Ersuchen nach. Obwohl er die Szenen des Friedens bevorzugte & Da er das Studieren & die Handwerkskünste liebte, war sein Geist mit Wissen angefüllt & & er hatte große Freude daran, raffinierte Arbeiten zu fördern. Er war für große Weisheit & Spitzfindigkeit Scharfsinn berühmt & war fähig, große Pläne zu schmieden & sie mit Nachdruck & Ausdauer auszuführen. Er war besonnen & umsichtig in allen seinen Unternehmungen aber er war immer schnell, im unerwarteten Notfall, Pläne zu schmieden & zu entscheiden & hatte in jeder Situation, & wenn Gefahren ihn umgaben, die volle Kontrolle über seine geistigen Fähigkeiten, er konnte sich augenblicklich für die besten Maßnahmen entscheiden, die zu treffen waren. Er bevorzugte die Szenen des Friedens, aber er konnte mit Mut & Entschlossenheit dem Krieg begegnen. An der Spitze einer Schar von 7000 Männern, jeder voll ausgerüstet & begierig

 

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dem Feind zu begegnen, marschierte er, um sich der großen Armee anzuschließen.

Nicht weit dahinter erschien Ramack, der König von Geneso. Wütend & entschlossen hatte er mit größter Eile seine Streitkräfte gesammelt. Auch zögerte er nicht einen Moment, als seine Männer gesammelt & vorbereitet waren, sich in Bewegung zu setzen. An der Spitze von 10.000 kühnen und robusten Kriegern erschien er an dem Platz des Treffens innerhalb eines Tages nachdem der König von Cataegaugus angekommen war. Er prahlte mit der Schnelligkeit seines Aufmarsches & obwohl er die kleinste Division des großen Heeres kommandierte, erwartete er im Voraus schon die verschiedensten Ruhmeslorbeeren, nicht weniger als ihre ersten Kommandeure erhalten würden.

Als diese Könige mit ihren Streitkräften alle in Tolanga angekommen waren, befahl ihnen der Kaiser Rambock, auf einer großen Ebene anzutreten. Sie gehorchten & und wurden in feste Kolonnen unterteilt. Der Kaiser wurde dann von seinem Sohn Moonrod, seinen Ratgebern & dem Hohenpriester begleitet, die sich vor ihm präsentierten. Seine Gewänder glitzerten vor Ornamenten & ein Bündel langer Federn in verschiedenen Farben wurde vorne an seine Kappe gesteckt. Sein Schwert hielt er in seiner rechten Hand & da er groß & eine aufrechte Person war & ein feierliches & kühnes Aussehen hatte, als er auf und ab ging, war seine Erscheinung majestätisch. Er war der Oberbefehlshaber & derart war die Hochachtung & Ehrfurcht, womit die gesamte Armee in ansah, dass sich niemand dieses Standes als würdig betrachtete. Nachdem er vor der Armee seine Stellung eingenommen hatte, schwang er sein Schwert. Alle richteten seine Augen auf ihn & zollten gespannte Aufmerksamkeit. Sodann hielt er eine Rede.

 

Tapfere Krieger, mit größter Zufriedenheit & Freude sehe ich nun, dass ihr euch versammelt habt, um eines das schändlichste Verbrechen, dessen sich je ein Mensch schuldig machen kann, zu rächen.

 

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Undankbarkeit & Treulosigkeit, Verführung & Raub & die verwegenste Gottlosigkeit gegen den Himmel sind innerhalb unserer Herrschaftsbereiche verübt worden. Der junge Prinz von Kentuck ist das Ungeheuer, das dieser Verbrechen schuldig geworden ist. Unsere liebenswürdigste Lamesa ist verführt worden & er hat sie gegen unseren Willen in sein eigenes Land verfrachtet. Da wir den Wunsch hatten, menschliches Blutvergießen zu vermeiden, boten wir an, unsere Rache zurück zu halten, wenn der Kaiser von Kentuck unsere Tochter zurück gegeben hätte. Aber er hat sich geweigert. Er hat sich & all seine Untertanen in das schreckliche Verbrechen seines Sohnes hineingezogen. Ihr gesamtes Land ist nun schuldig & jeder Mann, jede Frau & jedes Kind sind das rechte Objekt einer ernsten Züchtigung. Das große & gute Wesen ist gegen sie entrüstet & sieht mit größter Abscheu & Verabscheuung auf sie. Da wir unsere Macht von ihm erhalten haben, fordert er, dass wir nicht nur unser eigenes Unrecht vergelten, sondern dass wir genauso seine Rache an jenen treulosen Undankbaren & Ungeheuern der Bosheit & Gottlosigkeit vollstrecken. Dass dies sein göttlicher Wille ist, ist klar von unseren heiligen Propheten & Priestern untersucht worden, die uns die höchst zweifellose bejahende Versicherung gegeben haben, dass der Erfolg unsere Waffen begleiten wird, dass wir durch Plünderung unserer Feinde bereichert werden, dass unsterbliche Ruhmeslorbeeren die Leistungen unserer Krieger krönen werden & dass sie auf den Ebenen der Herrlichkeit ruhmreich ausgezeichnet werden, wie Sonnen & Sterne am Firmament des Himmels. Unsere Sache ist gerecht, die himmlischen Mächte dort oben sind auf unserer Seite. Sie schwenkten ihre Schwerter & gelobten, dass Blut das schöne Land Kentuck überfluten soll. Ihr habt Recht getan, meine tapferen Krieger, dass ihr euch um die Standarte eures Kaisers versammelt habt. Ich werde euch ins Schlachtfeld führen & eure Bewegungen leiten. Mein Sohn Moonrod, dessen Arm

 

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nicht wie der meine durch das Alter geschwächt ist, wird sich unter die kühnsten Kämpfer mischen & euch zum Sieg führen. Durch die tapfersten Heldentaten durch Blut & Gemetzel werden wir unsere Feinde überzeugen, dass wir keine Feiglinge sind. Ihr Spott wird in Wehklagen verwandelt werden & wir werden ihre verweichlichte & verschwenderische Regierung lehren, die beherzten & tapferen Söhne von Sciota nicht zu verachten.

In voller Zuversicht, dass wir glorreich triumphieren & unseren Namen unsterblichen Glanz hinzufügen werden, werden wird jetzt vorwärts marschieren wir werden & das Unrecht rächen, das der Ehre unserer kaiserlichen Regierung & den Rechten des Kaiserreiches angetan wurde & all die Wesen oben werden sich an der Vollstreckung der göttlichen Rache erfreuen.

Er sagte nichts mehr. Die gesamte Armee verkündete wie mit einer Stimme: Lang lebe der Kaiser. Wir geloben, dass er uns niemals als Feiglinge vorfinden wird. Dann befahl ihnen der Kaiser, in Divisionen zu marschieren, & jeder König sollte seine eigenen Untertanen anführen. Sie begannen ihren Marsch zum Land von Kentuck. Ihre Vorräte & ihr Gepäck wurden auf den Rücken von Mammuts getragen. Jeder Mann hatte ein Schwert an seiner Seite & einen Speer in seiner Hand & auf ihren Brüsten hinunter bis zu ihren Hüften & auf ihren Schenkeln trugen sie Mammuthäute, um sie vor Pfeilen & Waffen aus [-----] zu schützen & auf ihren Kappen trugen sie lange Federbündel. Ihre Gewänder waren kurz, so dass sie sie in der Schlacht nicht behinderten. So ausgerütstet & zu Pferd bewegten sie sich in genauer Ordnung, bis sie an den großen Fluss kamen. Hier hielten sie an, um sich Boote zu beschaffen, die sie hinüber bringen sollten. Ihr Gepäck & die Vorräte wurden auf den Rücken der Mamm Mammuts getragen, die erstaunliche Lasten tragen konnten

Und an dieser Stelle werden wir sie einen Augenblick verlassen & einen Blick auf die Vorgänge in Kentuck werfen.

 

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Als Labanco Hamboon, dem Kaiser von Kentuck, die Kriegserklärung übergeben & von den Maßnahmen der sciotanischen Regierung erzählt hatte, versammelte er sofort seine Ratgeber, die einstimmig zustimmten, die eiligsten & nachdrücklichsten Vorbereitungen für den Krieg zu treffen. Der Kaiser schickte seine Befehle an alle Fürsten des Kaiserreiches hinaus und verlangte, dass sie die mutigsten Krieger in ihren jeweiligen Königreichen versammelten & zur Stadt Gamba marschierten. Alle Fürsten des Reiches gehorchten schnell der Forderung des Herrschers. Die Armee versammelte sich & marschierte auf einer großen Ebene vor der Stadt auf. Hamboon, begleitet von seinen beiden Söhnen, Elseon & Hancock, & von seinen Ratgebern & dreien seiner obersten Priester, ging aus der Stadt hinaus & präsentierte sich vor der Armee.

Seine Gewänder trugen verschiedene Farben & seine Kappe war mit einem Bündel schöner Federn geschmückt, die hoch im Wind wehten. In seiner Linken hielt er einen Speer & in seiner Rechten ein Schwert. Sein Gesicht war finster & entschlossen & derartig war seine Anmut & seine Vortragsweise, als er sprach, dass alle Augen auf ihn fixiert & alle Ohren aufmerksam waren.

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