KAPITEL IX.

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KAPITEL IX.

 

REGIERUNG & GELD

 

Die Menschen, die Ohianer genannt wurden, besiedelten beide Seiten des Flusses Ohio von & entlang den verschiedenen Abschnitten des Flusses. Die Ansiedlungen in der Zeit Lobaskas erstreckten sich über eine große Entfernung, aber wie weit, wird nicht erwähnt. Sie lebten in behaglichen Dörfern oder Städten. mit Ausnahme der Städte. Wir könnten die Städte Golanga am Fluss Sciota & Gamba am Fluss Kentuck ausnehmen. Die verschiedenen Dörfer oder Städte bildeten unabhängige Oberherrschaften & wurden von ihren jeweiligen Häuptlingen regiert.

Ausgenommen die Städte Golanga & Gamba, deren Könige Gerichtsbarkeit über eine Ausdehnung des Landes von ungefähr einhundertundfünfzig Meilen entlang dem Fluss Ohio beanspruchten & in derselben Ausdehnung Entfernung ins Hinterland des Flusses; der übrige Teil dieses ausgedehnten Landes war mit kompakten Dörfern oder Städten besiedelt & diese bildeten unabhängige Oberherrschaften & wurden von ihren jeweiligen Häuptlingen regiert. Häufiges Gezänk, Streitereien & Kriege fanden unter diesen Häuptlingen statt, die oft von bösen Folgen begleitet waren. Um diesen Übeln Abhilfe zu schaffen & den allgemeinen & wohltätigen Plan, die Ohianer zu reformieren & zu zivilisieren, zu fördern & zustande zu bringen, hatte Lobaska ein System der Regierung gebildet, mit dem Plan, zwei große Reiche zu gründen, eines auf jeder Seite des Flusses Ohio. Ihre verschiedenen Verfassungen gehörten zum selben Plan & wurden durch die Hand Lobaskas den jeweiligen Königen von Sciota & Kentuck präsentiert.

 

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Die sciotanische Verfassung war in folgenden Worten enthalten.

Das Land östlich des großen Flusses Ohio soll das Reich Sciota bilden. An die Spitze dieses Reiches soll mit dem Titel eines Kaisers Labamack, der älteste Sohn Lobaskas, gesetzt werden. Das Amt soll an den ältesten Männlichen seiner Familie vererbt werden. Er und seine Söhne sollen aufeinanderfolgend Eingeborene aus dem Reich Sciota heiraten & all ihre Töchter sollen innerhalb ihres eigenen Herrschaftsgebiets heiraten. Er soll vier Ratgeber haben. Er soll, mit dem Ratschlag seiner Ratgeber, das ausschließliche Recht haben Krieg & Frieden zu machen & mit anderen Nationen Verträge zu schließen. Er soll der Oberbefehlshaber aller Streitmächte des Königs sein & der König Sciotas soll ihm am nächsten stehen. Alle Streitigkeiten zwischen den Regenten oder Häuptlingen der verschiedenen Stämme sollen auf seine Entscheidung & die seiner Ratgeber verwiesen werden & er ist autorisiert ein Einverständnis zu erzwingen. Er soll jährlich in vier verschiedenen Teilen seines Imperiums seinen Sitz einnehmen. Der König von Sciota & die Häuptlinge der verschiedenen Stämme sollen ihre Ämter bekleiden & dieselbe Vollmacht in bürgerlichen Angelegenheiten ausüben, wie sie es getan haben. Sie sollen dem Kaiser & seinen Ratgebern gegenüber verantwortlich sein, deren Pflicht es sein soll, jeder Klage von ihren Untergebenen gegen sie nachzugehen & dem Übel Abhilfe zu leisten & wegen Unterdrückung & Ungerechtigkeit mit Geldstrafe zu bestrafen. Er & seine Ratgeber sollen das ausschließliche Vorrecht haben Münzen zu prägen. Sie können ebenso zur Unterstützung der Regierung & die Verteidigung der Nation Steuern erheben. Sie sollen nicht mehr Geld prägen als für die Annehmlichkeit des Volkes nötig ist & nur in einer solchen Menge, dass der Wert sinkt. In Zeiten des Krieges Er soll die Offiziere seiner Armee bestimmen, außer wo die Häuptlinge ihre eigenen Untergebenen kommandieren wollen. In diesem Fall sollen sie

 

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dem Kommando des Kaisers unterstellt sein. Die Menschen in jeder Stadt oder jedem Dorf sollen jeweils einen oder mehrere Zensoren wählen, deren Pflicht es sein soll, jedes Fehlverhalten der Regenten zu untersuchen, & für jedes verwerfliche & falsche Verhalten der Priester & des Volkes sollen sie solche Maßnahmen ergreifen, dass Gerechtigkeit erlangt & eine Reformation der Moral bei den Übeltätern erzeugt werden kann, wie das Gesetz es vorsieht.

Damit die Priester & Lehrer ihre Pflicht für das Wohl der Zivilisation, der Moral & der Religion kennen & erfüllen können, soll Lambdon, der dritte Sohn Lobaskas über sie präsidieren & den Titel des Hohenpriesters tragen & das Amt soll in der Erbfolge an die ältesten männlichen Mitglieder seiner Familie weitergegeben werden. Ihm sollen vier Priester als seine Assistenten zugeteilt werden. Sie sollen eine Gerichtsbarkeit über alle Priester des Reiches ausüben & sie sollen sehen, dass sie treu die Pflichten ihres Amtes erfüllen. Sie sollen sich zur Bildung an die Lehrer halten & sollen dafür sorgen, dass im gesamten Reich für eine angemessene Anzahl gesorgt ist. Es soll ebenso ihre Pflicht sein, zu allen passenden Zeiten & Orten, die Regenten & das Volk in den Pflichten ihrer jeweiligen Stellungen zu unterrichten & unaufhörlich zu arbeiten, um die Menschheit zu überzeugen, ihre Leidenschaften & Gelüste in Schranken zu halten der Regierung der Vernunft zu unterwerfen, damit sie sich Glück in diesem Leben & unsterbliches Glück jenseits des Grabes sichern. Die Menschen sollen ihrem Wohlstand entsprechend zur Unterstützung ihrer Priester Beiträge abgeben. Sollte sich jemand weigern, soll ihm das Vorrecht ihrer Unterweisung verwehrt & er dem Gelächter & der Verachtung des Volkes ausgesetzt werden.

Zur Bequemlichkeit für das Volk & für die einfachere Unterstützung der Regierung ist es notwendig, dass die Regierung soll es etwas geben sollte, das das Eigentum repräsentiert & das ein geringes Gewicht hat. Deshalb ist dafür gesorgt, dass

 

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bestimmte kleine Eisenstücke, auf besondere Weise geprägt, dieses zirkulierende Medium sein sollen. Jedes Stück soll entsprechend seiner besonderen Prägung mit einem bestimmten Wert verbunden sein. Es soll das besondere Vorrecht des Kaisers & seiner Ratgeber sein, die Prägung dieser Stücke anzuordnen, die Geld genannt werden sollen. Es soll nicht mehr Geld geprägt werden als für das Wohl des Reiches gut ist, auch sollen der Kaiser & seine Ratgeber nicht mehr davon erhalten als eine angemessene Vergütung für ihre Dienste. Sie sollen einen Bericht über die Geldmenge, die jährlich geprägt wird, & über die Art und Weise führen, wie es verteilt & ausgegeben wurde. Dieser Bericht soll zur Untersuchung dem König von Sciota & den Häuptlingen des Reiches vorgelegt werden. Der Kaiser soll immer bereit sein, die Bittgesuche & Klagen seiner Untertanen entgegenzunehmen. Er soll sich nach der Wohlfahrt seines Volkes erkundigen & sie vor Unterdrückung & Tyrannei bewahren & durch seine Wohltaten soll er ihre Zuneigung gewinnen & den Namen eines gerechten, guten & gnädigen Fürsten erlangen.

Als Hadokam, König von Sciota, diesen Plan der Regierung erhalten hatte, versammelte er sofort die Häuptlinge oder Fürsten innerhalb seines Königreiches. Lobaska zeigte die Fehler an der bestehenden Regierung auf & die Vortrefflichkeiten an jener Form, die er zur Annahme präsentierte. Seinen Gründen konnte man nicht widerstehen, sie stimmten einstimmig zu, sie als ihre Verfassung der Regierung einzurichten. Labamack nahm das Amt des Kaisers an und seine vier Ratgeber wurden bestimmt. Lambon wurde zum Hohenpriester ordiniert & seine vier Assistenten erwählt. Die neue Regierung wurde nun in Kraft gesetzt. Als die verschiedenen Stämme, die in der Nachbarschaft des Kaisers lebten, ihr Gedeihen sahen, baten sie um das Vorrecht, als Teil des Imperiums angenommen zu werden. Ihre Bitte wurde gewährt. Fortschritt & Wachstum wohnte ihnen bei. Dies brachte andere

 

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benachbarte Stämme dazu, um dasselbe Vorrecht zu bitten, & weitere, die noch angrenzten, kamen mit ihren Bittgesuchen hervor. Alle wurden gewährt & dieselben Regulierungen wurden in jedem Teil eingerichtet. Innerhalb von ungefähr drei Jahren von der ersten Gründung des Imperiums an hatte Lobaska die Freude, seinen Sohn über ein Territorium von mehr als vierhundert Meilen Länge am Fluss Ohio entlang regieren zu sehen, & eine Nation rasend schnell von einem Stand der Barbarei, der Unwissenheit & des Elends zu einem Stand der Zivilisation & des Wachstums Fortschritte machen zu sehen.

Als er nun das glückliche Ergebnis seines Experiments in Sciota gesehen hatte, unternahm Lobaska einen zweiten Besuch bei Bombal, dem König von Kentuck. Der zweite Sohn, dessen Name Hamback war, war in der Stadt Gamba anwesend. Sein jüngster Sohn Kalo begleitete ihn. Er machte Bombal seinen Plan der Revolution bekannt, der von Herzen einwilligte & seine Fürsten zusammenrief. Sie stimmten einstimmig zu, Hamback auf den Thron des Imperiums südlich des Ohio-Flusses zu setzen & Kalo als ihren Hohenpriester einzusetzen. Mit Ausnahme von Namen & Orten war die Regierungsverfassung dieselbe wie die von den Sciotanern angenommene. Es wurden dieselben Maßnahmen ergriffen, um ihren Erfolg sicher zu stellen. Ein großes & blühendes Imperium erhob sich & barbarische Stämme verbanden sich mit dem Imperium & unter der pflegenden Fürsorge der Regierung wurde es wohlhabend, zivilisiert & gedeihlich.

So hatte Lobaska innerhalb von zwölf Jahren von seiner Ankunft in Golanga an die Genugtuung, die großen & wohlwollenden Ziele, die er im Blick hatte, zustande gebracht zu sehen. Er setzte immer noch seine nützlichen Arbeiten fort & war das große Orakel beider Kaiserreiche. Sein Rat & seine Meinung wurde bei allen wichtigen Themen in Anspruch genommen & niemand unternahm es, seinen Meinungen zu widersprechen. Er lebte, um das erfolgreiche Experiment seiner Einrichtungen zu sehen & sie jene

 

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Stärke & Festigkeit erwerben zu sehen, die nicht leicht überwunden werden kann.

Nachdem er jenes Ansehen & jene Herrlichkeit erworben hatte, die jenseits der Reichweite von Neid sind & die strebender Ehrgeiz verzweifelt zu erlangen sucht, sagte er im Alter von achtzig den beiden Kaiserreichen Adieu & ließ sie seinen Weggang mit Tränen betrauernd zurück.

Diese beiden Kaiserreiche nahmen in ihrer Vervollkommnung & in ihrer Einwohnerzahl & beim gegenseitigen Wetteifern im Wachstum während der Regierung von zehn nachfolgenden Kaisern auf dem Thron von Sciota weiter zu. Frieden & Harmonie & ein freundschaftlicher Umgang existierte zwischen ihnen. Es fanden keine Kriege statt, um ihre Ruhe zu stören, mit Ausnahme dessen, was durch die umgebenden Wilden entstand, die manchmal die Grenzbewohner in feindlicher Weise störten, um Beute zu machen. Aber diese Angriffe wurden im Allgemeinen ohne viel Blutverlust zurückgestoßen & abgewendet. Sie hatten in der Tat so geringfügige Folgen, dass es kein wahrnehmbares Hindernis darstellte, das den Fortschritt & das Wachstum der Bevölkerung beider Kaiserreiche behinderte & glücklich, dreimal glücklich wären sie gewesen, wenn sie weiter damit fortgefahren wären, den gütlichen & wohltätigen Grundsätzen zu folgen, die anfangs den Beginn & den Fortschritt ihrer Einrichtungen kennzeichneten.

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