Nr 101 Bremen, Deutschland:

Aus dem Salt Lake City Messenger Nr. 101 vom Oktober 2003

 

Bremen, Deutschland:

Ein Beispiel für Abfall

 

Während der Mormonismus in Bezug auf die Theologie herausgefordert werden kann, sind seine historischen Behauptungen gleichermaßen anfällig. Joseph Smiths Visionen waren vermutlich das Ergebnis bestimmter historischer Ereignisse. Wie Präsident Hinckley sagte: „Entweder ereignete sie [Smiths Vision] sich oder sie ereignete sich nicht. Wenn nicht, dann ist dieses Werk ein Schwindel.“

 

Auf diese Fragen wurden bestimmte HLT-Mitglieder in Deutschland aufmerksam, mit der Auswirkung, dass eine Reihe prominenter Mitglieder die Kirche verließen. Ein jüngster Artikel in Dialogue: A Journal of Mormon Thought erklärte:

 

Damals, 1996, stieß ein Mitglied der Gemeinde [Bremen] auf eine Reihe verwirrender Artikel über die frühe Geschichte der Kirche von der Utah Lighthouse Ministry, einer konservativen protestantischen Organisation mit einem antimormonischen Auftrag. Bei dem Versuch, Klarheit darüber zu bekommen, bat er Freunde in der Gemeinde, ihm zu helfen, und dabei wurde unbeabsichtigt eine Welle des Abfalls ausgelöst. Ein weiterer Bruder übersetzte Teile dieser Artikel ins Deutsche und verteilte sie an Mitglieder. Im Herbst bildeten sich Diskussionskreise und es wurden Briefe an örtliche und regionale Kirchenautoritäten geschrieben, die die offizielle Version der Kirchengeschichte in Frage stellten. Die Frage, die als erstes zur Debatte stand, waren die verschiedenen Versionen der Ersten Vision als Beweis für ein sich entwickelndes Konzept von Gott, statt dass es von Anfang an klar und es ein vollständiges Bild durch Offenbarung gab; zweitens, Unterschiede zwischen dem Buch der Gebote und Lehre und Bündnisse als Beweis für geänderte (oder wahrscheinlich gefälschte) Offenbarungen; und schließlich die Kontroverse darüber, ob das Buch Mormon eine Fiktion oder ein echter antiker Bericht war. Die Mitglieder waren besonders deswegen außer sich, weil diese Papiere schon vor zwanzig Jahren geschrieben worden waren (als die meisten von ihnen gerade ihre Mitgliedschaft in der Kirche angetreten hatten), aber offensichtlich war keine Reaktion der Kirche oder eine Erklärung dazu zugänglich gemacht worden.

 

Im Februar 1997 versuchte der Missionspräsident das Problem mit einem Schlag zu lösen, indem er jeden zu einem Frage-und-Antwort-Abend einlud. Während dieser Versammlung erreichte die Anspannung  in dieser Gruppe den Höhepunkt, als die Wahrhaftigkeit der Kirche in Frage gestellt wurde, in Bezug auf ihre Geschichte, und Mitglieder ihre Zeugnisse und ihre hohe Wertschätzung für das Buch Mormon und die Erste Vision bekräftigten. Der Missionspräsident ging nicht speziell auf die Fragen ein, sondern forderte eine geistige Herangehensweise, wenn harte historische Fakten in Frage gestellt wurden. Als er die Wahrheit definierte: „was immer der Prophet sagt, wenn er nicht fehlt“, entschieden sich einige Mitglieder die Gemeinde zu verlassen. Zwei frühere Bischöfe und ein früherer Zweigpräsident befanden sich unter denen, die gingen. Insgesamt gingen dreißig Leute weg, die meisten von ihnen waren lange Zeit in verantwortlichen Kirchenpositionen aktiv, wie in Zweig- und Distiktspräsidentschaften, im Hohen Rat des Distrikts und des Pfahls. Die Gemeinden wurden natürlich in einem Tumult zurück gelassen und versuchen immer noch die Fassung wieder zu gewinnen. Der Zweig Delmenhorst wurde in Folge dessen aufgelöst. Die übrig gebliebenen Zwergeinheiten mühten sich weiter ab. („One Hundred Eighteen Years of Attitude: The History of The Church of Jesus Christ of Latter-Day Saints in the Free and Hanseatic City of Bremen” von Jörg Dittberner, Dialogue: A Journal of Mormon Thought, Bd. 36, Nr. 1, Frühjahr 2003, S. 68)

 
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